Als ungeduldiger Mensch denkt man ja immer nichts passiert. Man zieht in ne neue Wohnung, ein Monat später ist die neue Wohnung die alte Wohnung, sehnsüchtige Blicke aus dem Fenster, immer noch dieselbe graue Wand, guten morgen Routine! Zeit ist feiner goldener Staub, der dir aus der Faust rieselt und dann für immer weg ist. Königin Vergänglichkeit nimmt gelangweilt den Pokal entgegen – sie hat schon wieder gewonnen. Wind, Wüste, bye bye 2011! So wenig bleibt hängen im Goldsieb. Oder bin ich einfach viel zu weitsichtig, streck den Hals und versuch über die Wolken zu gucken, anstatt mich einfach mal für ein paar Minuten umzudrehen, um zu schauen, wo ich so war. Alles schon wieder zugeschneit und verwindet, oder sind da noch Fußstapfen im Schnee?
Ein Jahresrückblick, ich muss in den Kalender gucken: WOW! Plötzlich fängt es an zu rattern. Wie sehr ich mich auf jede EP gefreut habe, und plötzlich halte ich wieder ein Album in der Hand, renne am Strand für mein Video hinter Lando her, sitze bei You FM oder Funkhaus Europa im Studio und spiele unplugged, stehe mit meiner Band auf den Dächern von Tape TV, sitze eine Woche lang im Tourbus, stolper in den Schellfischposten und höre Ina ein lang gezogenes “Maxiiiiiiim” über den Tresen rufen, mache meine bisher wichtigste Unterschrift (mit Frikadellenbrötchen in der anderen Hand). Nur ans Songschreiben erinner ich mich nicht, ich war einfach weg, irgendwie aufgelöst, und dann waren sie plötzlich da, die ganzen schönen Songs, so viele Stunden feiner goldener Staub im Wind für ein paar Krümel im Goldsieb. Aber wert war es das natürlich allemal!
Leute ich freu mich so derbe aufs nächste Jahr!!!!
Maxim


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